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Archiv für den Monat Juni 2012

Mein Bewertungssystem

Ich bewerte in fünf unterschiedlichen Kategorien bis zu jeweils 10 Punkte. Die Gesamtbewertung ergibt sich aus dem Durchschnitt, wobei ich aber das Essen doppelt zähle. Außerdem sei bemerkt, dass je nach Gericht, die Bewertung für ein und dasselbe Restaurant unterschiedlich ausfallen kann.

1. Das Restaurant (Lage, Parkplatz, Ausstattung, Toiletten)
2. Das Essen (Angebot, Qualität, Menge, Extras)
3. Die Getränke (Angebot, Qualität, Extras)
4. Den Service (Bedienung, Präsentation der Speisen)
5. Preis-Leistungs-Verhältnis

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Royal Bengal

161, Route de Longwy
L-1941 Luxembourg
LUXEMBOURG
Telefon: 45 57 41
Mobil: 661 45 57 41
Fax: 45 57 41
http://www.royalbengalluxembourg.com/

Gesamtbewertung: 7,02 von 10 Punkte

Los geht es mit einer meiner Lieblingsküchen: indisch! Mit einem langjährigen Freund beehre ich mal wieder (einmal pro Jahr, weil das Restaurant nicht so direkt auf meiner täglichen Route liegt und auch nicht, als mein Lieblings-Inder bezeichnet werden kann) das Royal Bengal.

Es ist kurz nach 12 Uhr. Das Restaurant füllt sich so langsam und die Gäste bestellen meistens mit der Bemerkung: Bitte nicht zu scharf! Da mein Begleiter mir versichert hat, dass man hier neuerdings besonders scharf essen könnte, wollte ich dies natürlich unbedingt ausprobieren. Der Leser sollte wissen, dass selbst der Teufel nicht so scharf isst, wie Kläuschen. Ich suche also auf der Speisekarte nach entsprechenden Gerichten. Bei den Vorspeisen werde ich nicht so direkt fündig und entscheide mich für das Mixed Samosa. Diesen Starter kenne ich aus anderen Restaurants sowie von früher und bin daher sehr gespannt. Als Hauptgericht versuche ich das Chicken Vindaloo mit einem Chili Naan als Beilage. Bei der Bedienung erkundige ich mich vorsichtshalber, ob das Gericht auch wirklich scharf ist, und gebe mich als Experte für explosives Essen zu erkennen. Man versichert mir, dass das Gericht ziemlich pikant sei.

Um den bevorstehenden Genuss abzurunden, bestelle ich gleich auch noch ein großes indisches Bier (Cobra), das mir bestens bekannt ist und eigentlich nur nicht schmeckt, wenn es nicht kalt genug serviert wird.

Und nun zu den Bewertungen:

1. Das Restaurant
(Lage, Parkplatz, Ausstattung, Toiletten)


Das Royal Bengal befindet sich im Westen der Stadt Luxemburg im Bezirk Merl. Es ist ein kleines Restaurant, das direkt an einer Hauptstraße liegt und mit dem öffentlichen Verkehrsmittel Bus gut zu erreichen ist. Parkmöglichkeiten gibt es entlang der stark frequentierten Straße oder in den Nebenstraßen. Kleinere Parkplätze in unmittelbarer Umgebung sind auch vorhanden, jedoch meistens besetzt. Das Restaurant ist sehr sauber und hell, die Einrichtung wirkt neu, die Tische sind einfach gedeckt und bieten etwa 50-60 Besuchern Platz. Eine Sommerterrasse ist ebenfalls vorhanden. Die sanitären Einrichtungen im Keller sind ebenfalls sehr sauber.
7,00 von 10 Punkte.

2. Das Essen
(Angebot, Qualität, Menge, Extras)

Die Karte des Royal Bengal bietet eine große Auswahl von unterschiedlichen Gerichten und lässt keinen Wunsch offen (siehe Link zu dem Restaurant).Die Qualität des Essen ist gut und die Menge mehr als ausreichend, selbst für einen unersättlichen Klaus Bodenstock. Das kostenlose Amuse-Bouche bedarf jedoch einer kleinen Aufwertung.

A. Die Vorspeise
Mein Mixed Samosa setzt sich aus drei kleinen, dreieckigen Teigtaschen mit Hackfleisch-, Fisch- und Gemüse-Inhalt zusammen. Dazu gibt es die übliche Salatgarnitur (Gurke, Tomate, Blattsalat, Dressing usw.). Eine Extra-Bewertung von 0,25 Punkte bekommt die kleine Zitronenpresse, die, wie ich beobachten kann, auch bei Speisen auf den Nachbarntischen auftaucht. Die Hackfleischtasche ist leicht gewürzt, die beiden anderen sind für meinen Geschmack etwas zu fade. Ich bin mir aber sicher, dass dieses Gericht für Leute mit normalen Geschmacksvorstellungen sehr lecker ist.
5,75 von 10 Punkte.

B. Das Hauptgericht (+ Beilage)
Chicken Vindaloo extrascharf hatte ich bestellt. Das Hühnchengericht, das man mir vorsetzt, ist sehr pikant und für den Normalgenießer bestimmt scharf genug, wenn nicht sogar schon zu scharf. Die diabolische Schärfe jedoch vermisse ich, was teilweise auch an den fehlenden Chilis liegt, die ein solches Gericht stets garnieren sollten. Das Hühnchenfleisch ist sehr zart gekocht. Ich mag es lieber kurz angebraten. Der dazu servierte Basmati-Reis ist mir etwas zu süß parfümiert.
7,25 von 10 Punkte
Die Beilage, das Chili Naan ist schön scharf und entspricht ganz meinen Vorstellungen.
8,00 von 10 Punkte.

C. Das Dessert
Gulab Jamun klingt ziemlich exotisch. Es handelt sich dabei um frittierte, süße Teigbällchen, die in einem warmen Sirup serviert werden. Eine extrem süße Sache, die ab nach einem pikanten Essen sehr gut mundet und den vielleicht etwas angegriffenen Magen wieder beruhig. Im Royal Bengal erhält man drei solcher Bällchen, üblich sind zwei, was, nach der Menge an Essen, das einem in indischen Restaurants vorgesetzt wird, ausreichend ist. Kläuschen natürlich, verdrückt auch drei, ist danach aber ziemlich erschöpft.
7,25 von 10 Punkte.
Gesamtbewertung des Essens: 7,06 von 10 Punkte.

3. Die Getränke
(Angebot, Qualität, Extras)

Die Getränkekarte ist ausreichend bestückt. In meinem Aperitif, einem klassischen Gin Tonic, vermisse ich etwas den Gin. Zum indischen Essen trinke ist meistens indisches Bier, von dem im Royal Bengal zweit Sorten angeboten werden: Kingfisher und Cobra. Ich bevorzuge das Cobra. Wie schon oben erwähnt, muss das Bier aber kalt genug sein, was hier der Fall ist.
7,50 von 10 Punkte.

4. Der Service
(Bedienung, Präsentation der Speisen)

Die Bedienung benötigt ein wenig Starthilfe und ist schnell überfordert. Wenn es dann aber mal läuft, kann man sich eigentlich nicht beschweren. In der Küche könnte etwas mehr Abwechslung oder Fantasie, die Präsentation der Speisen aufwerten.
5,00 von 10 Punkte.

5. Das Preis-Leistungs-Verhältnis

Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist völlig in Ordnung.
8,50 von 10 Punkte.

Fazit:

Das Royal Bengal ist mit Sicherheit einen Besuch wert. Meinen Geschmack trifft es nicht ganz, eine Einladung dorthin würde ich aber nicht ablehnen. Auf jeden Fall sollte sich der Service verbessern.

 
Ein Kommentar

Verfasst von - Juni 30, 2012 in Indisch

 

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Hallo Genießer

Dies ist der Blog von mir, Klaus Bodenstock, dem Feinschmecker in all seinen Synonymen. Auf diesen Seiten geht es um meine Lieblingsbeschäftigung: gut gewürztes oder richtig scharfes Essen. Wer ich bin? Nun, jemand der durch die gastronomischen Weltküchen reist und sich dabei gerne von scharfen, einheimischen Speisen und süffigen Getränken verwöhnen lässt. Da ich in einem der kleinsten Länder der Welt zuhause bin, sind Besuche in exotischen Restaurants keine Seltenheit. Über diese Besuche werde ich berichten und dabei diverse Bewertungen abgegeben. Ich hoffe damit ein paar Leute öfters in Restaurants zu führen, die nicht unbedingt zu den Publikumsmagneten gehören müssen, aber dennoch großartige und vielfältige Küchen repräsentieren, die leider viel zu oft mit Ignoranz bestraft werden. Macht euch bitte selbst ein Bild. Geschmäcker sind bekanntlich verschieden.
 
Ein Kommentar

Verfasst von - Juni 29, 2012 in Uncategorized